Interview mit Masako Nozawa

Masako Nozawa ( Bildquelle: DB GT Anime Comic Perfect File 2)

(Auch Son Gohan, Son Goten und Bardock wurden von Masako Nozawa gesprochen)

Quelle: Dragonball GT Anime Comic Perfect File 2

Aus dem japanischen von Junko Iwamoto und Jürgen Seebeck

Anmerk: Das Interview, habe ich wortgetreu abgeschrieben und übernommen.

( Bildquelle: DB GT Anime Comic Perfect File 2)

(Son Gokus jap. Synchronstimme, von Akira Toriyama höchstpersönlich ausgesucht) Frau Nozawa, die son Goku in Japan ihre Stimme geliehen hat, ist eine sehr erfahrene Synchronsprecherin.

In diesem Interview erzählt sie, viel interessantes und Internes über 12 Jahre Dragon Ball, ihre persönlichen Lieblingsszenen und die Synchronisation der letzten Folge. (Anmerk. Der Rdaktion) Das Interview fand in Japan nach Ausstrahlung der allerletzten Dragon Ball GT - Folge, statt.



DBGT: Wie haben Sie sich am Abend vor der letzten Aufnahme gefühlt? Sind sie nicht doch ein kleines bisschen traurig gewesen ?

Nozawa: Obwohl ich es mir selber nicht eingestehen wollte, kamen doch Gefühle hoch wie ,,Ach wie traurig“ oder Jetzt werde ich die Kollegen, die ich jede Woche gesehen habe, nicht mehr treffen können.“

Aber mit so einem traurigen Gefühl zu synchronisieren, hätte absolut nicht in die Dragon all-Welt gepasst.Deshalb habe ich mir selber gesagt, dass ich Son Goku bestimmt wieder sehen werde.

Leider kam das Gefühl von Traurigkeit natürlich wieder hoch und ich musste es wieder unterdrücken. (sie lacht).

DB GT: Zuerst einmal würde ich gerne wissen, wie Sie sich heute, nachdem die Serie, in der Sie 12 Jahre lang Son Goku gesprochen haben, zu Ende ist, fühlen.

Nozawa: ich empfinde es gar nicht so, dass Dragon Ball vorbei ist, sondern eher das starke Gefühl, als lebte Son Goku in meinem Herzen weiter un dginge mit mir durchs Leben. Ich habe eher den Eindruck, dass son Goku mir, bzw. uns allen nur nicht mehr im Fernsehen begegnet, als dass die ganze Geschichte wirklich vorbei ist. Ja, 12 Jahre...(sie macht eine Pause) die sind wirklich wie im flug vergangen. Wenn ich daran denke, dass in dieser Zeit ein Baby zu einem Mittelschüler heranwächst, bin ich doch überrascht. Mit den anderen habe ich darüber gesprochen, dass wir in dieser Zeit den kompletten Zyklus der chinesischen Tierkreiszeichen einmal durchlaufen haben.

DB GT: Gibt es ausser Son Goku in der Serie noch andere Figuren, die Sie mögen?

Nozawa: Hmm, auch das ist wieder eine schwierige Frage! (Sie lacht)Wenn ich eine Figur nennen muss, dann vielleicht Piccolo. Anfangs war er ein unausstehlicher, arroganter und widerlicher Kerl, aber mit der Zeit ist aus ihm, ein immer besserer Mensch geworden.


DB GT: Von Son Goku gibt es vom kleinen Jungen, ganz am Anfang, bis hin zum vierfachen Super Saiyajin viele verschiedene Versionen. Welche mögen Sie am liebsten?

Nozawa: Hmm, das ist eine schwierige Frage (sie lacht) Am niedlichsten fand ich war Son Goku damals, als er noch einen Schwanz hatte. Der Schwanz war irgentwie so charmant. (Sie lacht) Sicher, nun ist er erwachsen geworden, aber sein Wesen hat sich überhaupt nicht verändert, deshalb wollte ich ihn auch immer unverändert sprechen.

DB GT: Welche Szene war in der letzten Folge, am eindruckvollsten?

Nozawa: Das war die Szene, in der Son Goku nach dem Kampf auf Shenlong steigt und sagt, ,,Wie warm Shenlongs Rücken ist ...“ Denn, dass er auf Shenlong aufsteigt, bedeutet, dass Son Goku diese Welt für immer verlässt und in die Welt Gottes geht.

Ich fand es schön, dass nicht so deutlich gesagt wird, dass Son Goku nun tot ist. Ich glaube ja eher, dass er wieder einmal bei Gott trainiert.

DB GT: Welche Szene mit Son Goku ist für Sie am eindruckvollsten?

Nozawa: Das ist die Szene in den Folgen mit der Red Ribbon Armee, als er am Haus von Sumo ist.  Als er dort auf der Toilette sitzt, schießt ein Red Ribbon Soldat durch die Tür auf ihn. ,,Oh alles in Ordnung?“ , machte ich mir schon Sorgen, als die durchlöcherte Tür quietschend aufging und Son Goku mit einem ,,Aua aua“ herauskam. (Sie lacht) So ist eben die Welt von Son Goku.

DB GT: Mussten Sie für die Rolle des Son Goku vorsprechen?

Ja. Verscheidene Schauspieler sprachen Son Gokus Text auf Band. Das hörten sich die Verantwortlichen an und trafen ihre Auswahl. Normalerweise spricht man vor der Aufnahme seinen Namen und di eRolle aufs Band, hier also ,,Nozawa Masako, Son Goku“. Aber in meinem Fall hat sich Toriyama Akira die Bänder angehört,nachdem die Namen der Sprecher herausgeschnitten worden waren, weil er meinte, sonst durch die Namen beeinflusst zu werden. Also hörte Toriyama Akira nur meine Stimme und entschied, ,,Nur diese Frau kann Son Goku sprechen!!“... Das habe ich erst viel später von anderen Mitarbeitern gehört und es hat mich sehr gefreut. Als ich Toriyama später begegnete, sagte er mir, ,,Durch Ihre Stimme wird Son Goku erst das, was er sein soll, Frau Nozawa!“, was mich natürlich noch mehr freute! (Sie lacht)

DB GT: Darüber freut man sich als Darsteller natürlich. An was für eindrucksvolle Episoden mit Son Gohan können sie sich denn noch erinnern?

Nozawa: Die Geschichte mit dem kleinen Son Gohan und dem Roboter aus Dragon Ball Z mag ich sehr. In dieser Geschichte hat es nur zwei Sprecher gegeben, mich, die Son Gohan gesprochen hat, und den Kollegen, der den Roboter gesprochen hat. So etwas hatte ich im Zeichentrickfilm nie vorher erlebt. Es hat damals auch die Meinung gegeben, nur zwei Leute würden nicht reichen, und man sollte das Ganze besser lassen, aber die Zeichentrickfilmleute sagten, das wüde so, ganz bestimmt in Ordnung gehen. Das überzeugte den Sender dann, es so zu versuchen. Nach der Ausstrahlung kamen dann viele Briefe, in denen stand, das die Folge den Zuschauern sehr gefallen und sie sehr bewegt hat.

DB GT: Fans sind etwas, über das man sich bestimmt besonders freut.Werden Sie eigentlich in der Stadt von Fans mit ,,Das ist doch die Frau, die Son Goku gesprochen hat!“ Angesprochen?

Nozawa: Wenn ich´s mir recht überlege, bin ich früher mal in der Bahn,von Eltern und Kindern, die alle Dragonball Fans waren, gebeten worden, ,,könnten Sie nicht mal son Goku für uns sprechen?“ (Sie lächelt) Aber was hätten die Leute denn denken sollen, wenn ich da ,,Kame-Hame-Ha!!“ gerufen hätte? (Sie lacht) Sorry, aber in der Bahn tue ich so etwas nicht, weil es die anderen Fahrgäste belästigen würde.


DB GT : Was für Leute sind ihre Fans meistens?

Der älteste Fan, von dem ich einen Brief bekam, war über 80 Jahre alt und schrieb, ,,Ich sehe die Serie jede Woche mit Vergnügen zusammen mit meinem Enkelkind“. Ein anderer, großer Fan, ist der Ehemann einer Freundin. Er ist etwa 60 Jahre alt und möchte die Serie unbedingt jede Woche sehen, weshalb er seine Firma so früh verlässt, dass er um 19 Uhr zu Hause ist! (Sie lach laut) Meine Freundin macht das sprachlos, aber mich freut das natürlich sehr. Ansonsten sind, als sich mit der Bahn fuhr...

DB GT : (unterbricht) Schon wieder Bahn?

Nozawa: ... Einmal fünf Jugendliche mit Frisuren, wie Super Saiyajin und behängt mit Ketten eingestiegen. Zuerst dachte ich, furchteinflößend, doch dann unterhielten sie sich darüber, wer gestern Dragon Ball gesehen hatte, und ich dachte mir, ach,eigentlich sind die doch ganz niedlich. (Sie grinst)

DB GT: Welche eindrucksvollen Episoden sind Ihnen aus den 12 Jahren besonders im Gedächtnis geblieben?

Nozawa: Ob eindrucksvoll das richtige Wort ist, weiß ich nicht, aber die Folgen, in denen Son Goku nahestehende Figuren wie Piccolo oder Kuririn starben, waren schon recht traurig...Auch wenn ich wusste, dass sie wieder lebendig werden würden. Ach ja, wenn eine Figur gestorben war, kam nach der Aufnahme ihr Sprecher zu mir und sagte, „Bitte, Son-Goku, mach mich schnell wieder lebendig.“ ( Sie lächelt). Auch wenn ich diesbezüglich gar nichts tun konnte, antwortete ich doch automatisch mit „Okay“, geht in Ordnung.“(Sie lacht). Angeblich glauben alle, Son-Goku würde ihre Probleme schon lösen.

DB GT: Haben Sie Ihre Leistung als Sprecherin von Son Goku, je bereut?

Nozawa: Nein, ganz und gar nicht! Natürlich weiß ich, dass ich nicht perfekt gewesen bin, aber zu bereuen habe ich nichts. Wenn ich, obwohl ich eigentlich vorhatte, auf eine bestimmte Art zu spielen, und dann doch auf eine Weise sprach, mit der ich nicht zufrieden war, zeigte das doch nur, dass ich noch unreif war. Natürlich kann man in so einem Fall noch einmal aufnehmen, aber wenn man das tut, wird man lax und entwickelt sich nicht weiter. Deshalb wiederhole ich aufnahmen nicht, sondern gebe mir beim nächsten mal lieber Mühe, es besser zu machen.

DB GT: Was bedeutet Dragon Ball für Sie, Frau Nozawa?

Nozawa: Dragon Ball bedeutet mir viel, denn in meiner Anime Karriere hat diese Serie hinsichtlich ihrer Dauer neue Rekorde aufgestellt. Außerdem bin ich stolz darauf, 12 Jahre lang Son-Goku, Son Gohan und Son Goten, gesprochen zu haben, ohne auch nur einmal krank zu werden und mich durch jemand anderes vertreten lassen zu müssen. Schauspieler müssen eben aus Prinzip gesund sein. Außerdem ließ mich die Serie erkennen, wie groß die Kraft von Animes ist.

DB GT: Das heißt?

[...] Son Goku ist zwar nur ein Bild, aber trotzdem lebt er und steht den Kindern bei. So hat mich Dragon Ball erneut gelehrt, dass die Kraft von Animes größer ist, als man glaubt. Animes dürfen nicht einfach nur Fiction sein, sondern brauchen ein Leben. Wenn sie das nicht haben, sind sie ein Fehlschlag. Als Mutter finde ich solche Animes gut, die mansich zusammen mit seinen Kindern ansehen kann, aber leider gibt es in der letzten Zeit nur wenige solcher Arbeiten. Obwohl ich glaube, dass Animes prinzipiell schon etwas für Kinder sind.

DB GT: Wie ist die Atmosphäre im Synchronstudio?

Nozawa: Weil wir alle so lange zusammengearbeitet haben, hat die Arbeit im Synchronstudio richtig Spaß gemacht. Wir sind sogar zusammen verreist und Trinken gegangen... Im Studio waren wir alle so in unsere Rollen vertieft, dass wir uns unwillkürlich mit unseren Rollennamen angeredet haben, so nach dem Motto: ,,Hör mal, Piccolo!“ ( Sie lacht )

DB GT: Gibt es etwas, dass sie Son-Goku sagen möchten?

Nozawa: Ich glaube, Son-Goku ist ein reiner Junge. Er wird in der Dragon Ball Welt immer älter werden, trotzdem möchte ich, dass er sich sein reines Herz, bewahrt. „Geh´mit mir durchs Leben Son-Goku, für immer jung, so wie du im Dragonball Special aufgetreten bist!“ Das ist es, was ich Son- Goku sagen möchte.

DB GT: Zum Schluss möchte ich Sie um ein paar Worte an die Fans bitten.

[...] Son-Goku lebt in uns allen, und irgendwo werden wir ihm in der Zukunft bestimmt wieder begegnen, glaube ich. Irgendwann, auf dieses „Irgendwann“ bitte ich euch zu warten. Son-Goku ist immer an eurer Seite, deshalb möchte ich, dass auch ihr zu Son-Goku sprecht. Ich glaube, im Moment trainiert Son-Goku bei Gott. Und ich bin davon überzeugt, dass er wieder zu uns zurückkommen wird, wenn er noch großartiger geworden ist!

DB GT: Vielen Dank für das Gespräch.

Dieses Interview, wurde am 27.10.1997 bei 81 Produce in Japan, geführt.



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